Den Gartenschläfern auf der Spur

Langsam neigt sich für uns Gartenschläfer das Jahr dem Ende zu. Die Kleinen sind längst eigenständig und wir Erwachsenen gehen wieder getrennte Wege. Kürzere Tage und kühlere Nächte lassen schon den Winter erahnen. Jetzt heißt es, aus der herbstlichen Fülle der Natur zu schöpfen und noch gut Speckreserven anzufuttern und das Winterquartier vorzubereiten.

Neben Insekten und anderer tierischer Kost stehen jetzt Früchte, Beeren und Samen auf unserem Speiseplan. Für den Winterschlaf suchen wir uns ein gemütliches Plätzchen in Baumhöhlen und Felsspalten, aber auch in Mauern, Gebäuden und Höhlen. In und um Hamburg kommen wir nicht vor, du kannst Gartenschläfer aber hier live beobachten.

Bevor ich ab Oktober wieder Winterschlaf halte, möchte ich dir noch berichten, was mensch inzwischen herausgefunden hat über das mysteriöse Verschwinden vieler meiner Artgenoss:innen. Du weißt ja schon, dass wir eigentlich ziemlich anpassungsfähig sind und ursprünglich in den Wäldern der Mittelgebirge heimisch waren, aber auch als Kulturfolger im Westen und Süden Deutschlands urbane Räume besiedeln. Doch vieles ist unklar. Denn als nachaktive Tierchen fallen wir einfach nicht ins Auge und so ist der Rückgang der Gartenschläfer-Bestände fast unbemerkt vor sich gegangen. Erst seit ein paar Jahren rücken wir ins Zentrum des Interesses und Wissenschaftler:innen und naturinteressierte Menschen sorgen sich um uns: Wie viele Gartenschläfer gibt es noch in Deutschland? Wo fühlen sie sich heimisch und warum?

Es gibt sogar eine professionelle Kartierung, die mit Hilfe vieler Menschen gefüllt wurde. Hier kannst du sehen, wo in den letzten drei Jahren Zeit Gartenschläfer in Deutschland aufgetaucht sind:
Der Schlüssel für die Zukunft der Gartenschläfer liegt darin, herauszufinden, warum es zu einem Rückgang unserer Spezies gekommen ist!

Das haben Wissenschaftler:innen in ganz Deutschland mit viel Akribie gemacht, sie haben lebende (und tote) Gartenschläfer untersucht und sind verschiedenen Theorien nachgegangen: Findet der Gartenschläfer nicht mehr genug Nahrung durch das Insektensterben? Erliegt er einer schleichenden Vergiftung durch Rattengift und Pestizid-Einsatz in Wald und Flur? Oder ist der Verlust der genetischen Vielfalt durch Inselpopulationen der Grund?
In der „Soko Gartenschläfer“ stellen die Wissenschaftler:innen ihre zahlreichen Beweisführungen und Methoden vor, mit denen sie Licht ins Dunkel des mysteriösen Verschwindens bringen. Doch ich will hier nicht zu viel verraten – hör und sieh doch selber rein:

Schau dir gerne diese TV-Dokumentation in der ARD an.

Zum Schluss noch ein kleiner Appell an alle Gärtner:innen: Du kannst mir und vielen anderen Wildtieren helfen! Ganz einfach: Schaffe ein Stück Wildnis in deinem Garten oder Hinterhof! Gerade im Herbst ist es wichtig, den Garten „unaufgeräumt“ zu lassen. Laubhaufen, Holzstapel und Hecken bieten Unterschlupf und Überwinterungsquartiere für viele Tiere. Der Gartenschläfer ist nur ein Beispiel dafür, wie die Artenvielfalt zurückgeht, weil wichtige Lebensräume kleiner werden. Wir können etwas dagegen tun! Hier findest du Tipps dazu.

Ganz lieben Dank für dein Interesse und deine Unterstützung! Bald heißt es für uns wieder: Augen zu, Ohren runtergeklappt, Schwanz eingerollt.

Damit die Spuren der Gartenschläfer richtig interpretiert werden, gibt es auch eine Bestimmungshilfe.

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