Kleider tauschen Leute

Anlässlich des World Overshoot Day, der dieses Jahr auf den 28. Juli gefallen ist, organisierte Greenpeace Deutschland gemeinsam mit dem FC St. Pauli eine Kleidertauschparty. Dafür kamen etwa 1.000 Menschen zusammen, um nicht mehr länger gebrauchte Kleidungsstücke gegen neue Lieblingsteile einzutauschen.

An diesem Tag ging es nicht um Fußball. Am Millerntorstadion versammelten sich am 30. Juli 2022 rund 1.000 Menschen, um mit einem ganz einfachen und spaßbringenden Prinzip der zerstörerischen und klimaschädlichen Textilindustrie eine Alternative entgegenzusetzen. Unter dem Motto Fight Fast Fashion gaben folgende Regeln der Veranstaltung einen Rahmen: Am Eingang konnten maximal zehn mitgebrachten Kleidungsstücke mit Ausnahme von Unterwäsche und Socken abgegeben werden. Dabei waren Größte, Geschlecht und Jahreszeit völlig egal, allein gut erhalten und gewaschen sollte die sein. Im Gegenzug konnten auch wieder zehn Kleidungsstücke mit nach Hause genommen werden. Beim „Trikot Tausch“ lag außerdem der Fokus auf dem Tausch von Fankleidung, passend zur Location. Wer nicht auf der Suche nach neuer Kleidung, sondern einer Verschönerung der eigenen war, konnte T-Shirts, Pullis und Co. mittels Siebdrucktechnik bedrucken.

Unter anderem unterstütze auch das Team TfP (Team fünfzig Plus) mit einem Stand, an dem man sich den persönlichen ökologischen Fußabdruck ausrechnen lassen konnte. „Der geschätzte ökologische Fußabdruck zeigt, wie groß der Ressourcenverbrauch tatsächlich ist und gibt Tipps zur Verringerung dessen. Ein nachhaltiger Fußabdruck ist derzeit 1,7 global Hektar groß“, so ein Mitglied aus dem Team TfP. In Verbindung damit haben sie auch die Pyramide des nachhaltigen Konsums ausgestellt. Zwischen dem achtsamen Umgang mit Dingen, die man besitzt und dem Neukauf liegen noch einige Zwischenschritte, unter anderem und weit oben angesiedelt auch das Prinzip des Tauschens.

Die Herstellung von Kleidung verursacht einen hohen Wasserverbrauch, beispielsweise sind es über 2.000 Liter, die für ein einziges Baumwoll-T-Shirt benötigt werden. Was zunächst ungewöhnlich scheint, lässt sich ganz einfach erklären, so wird unter anderem für die Bewässerung der Baumwollpflanzen sowie für die verschiedenen Reinigungs- und Färbestufen Wasser benötigt. Weiterhin geht eine Menge CO2-Emissionen für den langen Transportweg auf die Ökobilanz von Fast Fashion Kleidungsstücken, zumal diese in der Regel in Ländern in Mittel- oder Ostasien produziert werden. Mit dem „Erwerb“ von getauschter Kleidung kann also im Gegensatz zu einem neuen Teil ein großer Beitrag für den Umweltschutz geleistet werden.