Meere

Eine Bohrinsel aus Legosteinen für den Schutz der Arktis

Hamburg, 28. 3. 2014 – Um 15 Uhr protestiert die Greenpeace-Jugend an den Landungsbrücken mit einem Straßentheater gegen Ölbohrungen in der Arktis. Die Aktion steht unter dem Motto „Die Arktis ist kein Spielplatz!“. Blickfang ist eine rund 1×1 Meter große Ölbohrinsel aus bunten Legosteinen, die – wie in eine arktische Landschaft gebettet – auf einem weißen Banner steht. Mit der Aktion will die Greenpeace-Jugend auf die Dringlichkeit des Arktisschutzes hinweisen. „Wir Menschen müssen endlich behutsamer mit der Umwelt umgehen, vor allem mit so hochempfindlichen Ökosystemen wie der Arktis. Ölbohrinseln sind gefährliches Spielzeug, und die Arktis ist definitiv nicht der richtige Ort, um es dort auszuprobieren!“, erklärt Laura Prigge von der Greenpeace-Jugend.

Extreme Temperaturen und Wetterbedingungen sowie die Abgeschiedenheit der Region machen aus Ölbohrungen in der Arktis ein unkalkulierbares Wagnis. Es gibt keine erprobte Technologie, mit der Öl, das nach einem Unfall unter die Eisschichten ausgelaufen ist, wieder beseitigt werden könnte. Seit rund zwei Jahren kämpft Greenpeace für ein Schutzgebiet rund um den Nordpol. Über ein Jahr lang haben die Jugendlichen aus Hamburg die Legobohrinsel geplant und gebaut sowie die Tour vorbereitet. Die Bohrinsel wird auf Reisen gehen und noch in anderen deutschen Städten zum Einsatz kommen.

Am 12. März 2014 hat das EU-Parlament reagiert und in einer Resolution für die Einrichtung eines internationalen Schutzgebiets in der Arktis plädiert. Doch die Resolution ist nicht verbindlich, und der Arktische Rat, bestehend aus den Außenministern der Anrainerstaaten, hat bisher die Forderung nach einem Schutzgebiet zurückgewiesen. Ölkonzerne wie Gazprom und Shell können also weiterhin ungehindert ihre öligen Projekte in der Arktis durchführen. Zwar hat zumindest Shell seine Arktisbohrpläne für dieses Jahr sprichwörtlich auf Eis gelegt. Doch schließt das nicht aus, dass Shell 2015 erneute Versuche unternehmen wird. Die Greenpeace-Jugend wird also weiterhin gegen Ölbohrungen in der Arktis eintreten und für ein internationales Schutzgebiet in der Arktis kämpfen.

Jonathan Schütz sagt: „Wir wollen die Menschen überall erreichen. Wir wollen zeigen, dass wir präsent sind und uns nicht unterkriegen lassen. Shell und Gazprom müssen ihre Bohrprojekte in der Arktis endgültig einfrieren. Bis das geschieht, bis die Arktis unter Schutz steht, werden wir weiter protestieren!“ Wer sich daran beteiligen will, kann hier teilnehmen.