Klima

Gesundheitsrisiken durch das geplante Kohlekraftwerk in Stade?

Stade, 17. 7. 2014 – 16 Greenpeace-Aktivisten protestieren heute vor dem Haupteingang des historischen Rathauses gegen das von Dow Chemical geplante Kohlekraftwerk. Vier Aktivisten liegen als Patienten verkleidet in Krankenhausbetten. Sie weisen auf die Gesundheitsrisiken hin, die durch das Einatmen von Feinstäuben und Giftstoffen aus dem geplanten Steinkohlekraftwerk drohen: z. B. Lungenkrebs, Schlaganfall, Lungenentzündung und Herzinfarkt. Weitere Aktivisten informieren die Stader Bürgerinnen und Bürger. Sie halten Banner mit der Aufschrift „Kohlestrom gefährdet unsere Gesundheit“ und „75 Tote jedes Jahr? Nein zum Kohlekraftwerk Stade!“

„In der Studie Tod aus dem Schlot hat Greenpeace nachgewiesen, dass der Schadstoffausstoß des Kohlekraftwerks Stade jedes Jahr zu 75 Todesfällen und über 16.800 krankheitsbedingt ausgefallenen Arbeitstagen führen würde“, berichtet Holger Becker, Sprecher von Greenpeace Hamburg. „Wir haben in der Auslegungsphase eine entsprechende Einwendung eingereicht. Daher erwarten wir heute von den Politikern, dass sie unsere Argumente berücksichtigen und die Risiken ernst nehmen.“

Ab 16 Uhr tagt der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt der Hansestadt Stade. Auf der Tagesordnung steht der Beschluss für den Bebauungsplan des geplanten Kohlekraftwerks. Mit einer positiven Entscheidung wird der Weg für den Bau des Kraftwerks durch Dow Chemical weiter geebnet. Das Steinkohlekraftwerk in Stade würde Menschen und Umwelt mit jährlich mehreren Tausend Tonnen an Schwefel- und Stickoxiden belasten, die in der Luft Feinstaubpartikel bilden und tief in die Lunge eindringen können. Dazu kommen giftige Schwermetalle wie Blei, Cadmium, Quecksilber und Arsen.

„Die Politiker dürfen davor nicht die Augen verschließen. Sie müssen sich für die Gesundheit der Menschen einsetzen. Statt des Kohlekraftwerks sollen sie ein sauberes, hocheffizientes Gas- und Dampf-Kraftwerk mit Kraft-Wärme-Kopplung im Bebauungsplan festschreiben. Damit kann der Betreiber sich ebenso gut mit Strom und Wärme versorgen, und die Belastung für Klima und Gesundheit wäre deutlich geringer“, so Becker.