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Zeitbombe CO2-Endlagerung
Team50Plus (TfP) auf der Protest-Tour gegen die geplante CO2-Endlagerung in Brandenburg
Foto: Günter Vogel/Greenpeace Hamburg

Der 93-Jährige, Ortsältester hier aus Neutrebbin, zögert nicht. Für ihn ist es eine Selbstverständlichkeit, seine Unterschrift auf das Transparent zu setzen. Das Transparent umspannt den Greenpeace-Anhänger mit der 2,50 Meter großen CO2-Bomben-Attrappe. Greenpeace unterstützt mit der zweiwöchigen Protest-Tour Zeitbombe CO2 lokale Initiativen aus Brandenburg und Berlin. Der Widerstand richtet sich gegen Vattenfall. Der Konzern plant, das Kohlendioxidaus Kohlekraftwerken abzuscheiden und unterirdisch endzulagern. Verpressungsanlagen, die mit dieser CCS Technik (Carbon Capture and Storage) arbeiten, sollen in Neutrebbin und Beeskow entstehen.

„Vattenfall will weiter an seinen schmutzigen Kohlekraftwerken verdienen. Die CCS-Technik soll als Lösung herhalten, den CO2-Ausstoß zu verringern. Die Bevölkerung aber muss mit den Risiken leben. Die CCS-Technik ist teuer, gefährlich und noch dazu eine Energieverschwendung“, empört sich Günter Vogel vom TfP aus der Hamburger Greenpeace-Gruppe.

Foto: Günter Vogel/Greenpeace Hamburg

Die Endlagerung von CO2 ist riskant und noch weitgehend ungeprüft. An sich ist Kohlendioxid nicht giftig. Sollte es jedoch in hoher Konzentrationen ausströmen, kann das CO2 für Mensch und Tier tödlich sein. Der Norddeutsche Wasserwirtschaftsverband befürchtet in seiner jüngsten Untersuchung eine Kontamination des Grundwassers und fordert die Regierung auf, CO2-Speicherstätten zu verbieten. Volle Verantwortung scheint Vattenfall nicht übernehmen zu wollen: Für Folgeschäden durch auftretende Lecks will der Konzern nur 30 Jahre haften. Und Vattenfalls falsche Angaben zu den Speicherungs-Kapazitäten hat das Bundesamt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) gerade kräftig nach unten korrigiert. Die neue Technik der CO2-Verpressung produziert zudem noch mehr CO2 und erfordert hohe Investitionen. „Warum mit den klimaschädlichen Kohlekraftwerken noch mehr CO2 erzeugen und den mit hohen Kosten und unabsehbaren Risiken im Boden lagern? Das macht keinen Sinn. Sinn macht es, nicht nur für unser Klima, auf die günstigen und sicheren Erneuerbaren Energiequellen zu setzen“, fordert Günter.

Die meisten Anwohner sind recht gut über die Problematik des von Vattenfall geplanten CO2-Endlagersinformiert. Auch die Schüler, die das Thema im Unterricht behandeln. Und viele, die bereits unterschrieben hatten, holen Freunde, Bekannte und Verwandte, damit diese ebenfalls unterschreiben können. Sogar die Menschen in Cottbus, mit Vattenfall als größtem Arbeitgeber in ihrer Region, bildeten hier keine Ausnahme. Die lokale Presse sowie auch der RBB berichteten schon ausführlich über die Protest-Tour. Unterwegs sahen die TfP’ler viele Protestschilder, auch gegen den Braunkohle-Tageabbau. Der hat in Cottbus und Jänschwalde ganze Arbeit geleistet: Die Greenpeacer begegnen umgepflügten Landschaften, weggerissenen Dörfern und Straßen, die plötzlich im Nichts enden.

Nach dem Auftakt am 15. Juni in Neutrebbin schlängelt sich die CO2-Tour nach Beeskow, Jänschwalde, Cottbus, Potsdam und Berlin weiter. Vom 25. bis 27. Juni geht es dann zum Abschluss auf das Fresh Air Festival der Bürgerinitiativen. Die Unterschriften-Transparente werden am Ende der Tour den verantwortlichen Politikern präsentiert. Sie sollen wissen, wie die betroffenen Bürger zur CO2-Endlagerung stehen. Denn gegen den Widerstand der Bevölkerung lässt sich so ein Projekt nicht durchsetzen. Schon in Schleswig-Holstein scheiterte ein CO2-Projekt genau aus diesem Grund.

Mehr Infos als Download im Flyer: "Keine Lösung, sondern Risiko - 5 Argumente gegen Abscheidung und Speicherung von CO2"

In den Greenpeace Nachrichten: "Vattenfall täuscht die Bevölkerung - Interview mit dem Klima-Experten Karsten Smid"

Und auf der Website der Bürgerinitiative.