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Schreib auf Recycling-Papier!
Greenpeace empfiehlt den "Blauen Engel" und UWS-Papier
Hamburg, 9. August 2008
Schulhefte, Briefpapier, Notizblöcke, Moderationskarten, Flipchart-Blöcke... all das und noch viel mehr gibt es auch aus Recyclingpapier. Greenpeace empfiehlt den Produkte, die mit dem "Blauen Engel" gekennzeichnet sind, oder UWS-Papier.
Garantiert Altpapiergehalt, chlorfreie Bleiche und Einhalten von Schadstoffgrenzen: der "Blaue Engel".

Recyclingpapier kann man super mit Tintenfüller beschreiben, und rauh ist es schon lange nicht mehr. Auch ist Recyclingpapier viel undurchsichtiger als viele normale Frischfaserpapiere.Der "Blaue Engel" auf Schulheften garantiert 100 Prozent Recycling-Papier. Erhältlich sind so gekennzeichnete Hefte in fast jedem größerenKaufhaus oder in gutsortierten Schreibwarenladen. Hefte aus dem so genannten original Umweltschutzpapier (UWS-Papier Ökopa) sind zwar ökologisch noch besser, aber wesentlich schwieriger zu identifizieren. Sie sind meist nur in Bio-Läden erhältlich.

 

Schnellhefter aus Altpapier

Neben den Schulheften stellen Schnellhefter einen der meistgebrauchten Artikel in der Schule dar. Anstatt den Plastik-Exemplaren sollten statt dessen Schnellhefter aus 100 Prozent Recycling-Karton verwendet werden. Sie sind genauso stabil und können nach Gebrauch einfach in das Altpapier zum Recyceln gegeben werden, anstatt (wie beim Plastik) unter Schadstoffausstoß verbrannt zu werden.



Was es noch alles aus umweltfreundlichem Papier gibt...


Nahezu alle Produkte für das Büro und den Schreibtisch sind aus RC-Papier bzw. RC-Karton erhältlich: Kladden, Adressbücher, Ringbücher (oder Ordner), Zeichenblöcke, Aquarellblöcke, Karteikarten, Notizblöcke, Kalender, Briefumschläge, Versandtaschen, Geschenkpapier, Mousepads, Schreibunterlagen, Stehsammler, Klemmbretter, Heftstreifen, Trennblätter, Register, Timer-Einlagen, Formular-Blöcke, Hängemappen, Ordnungsboxen, Moderationskartons, Haftnotizen, Ordnungsmappen, Flipchart-Blöcke und so weiter.

 

In der Ökobilanz jedem anderen Umweltpapier überlegen: UWS-Papier, erkennbar am Ökopa-Zeichen.

Einkaufsgemeinschaften

Ein guter Tip für die Praxis ist die Gründung einer Einkaufsgemeinschaft für die Schule. Umweltfreundliche Hefte können dann von einem Großhandel bezogen und innerhalb der Schule selbstorganisiert zum Einkaufspreis verkauft werden.

Eine Einkaufs-Gemeinschaft hat viele Vorteile: Alle von den Lehrern verlangten Hefte sind am Anfang des Schuljahrs verfügbar. Durch den Mengenrabatt beim Großeinkauf sinkt der Stückpreis, der Nachschub ist direkt vor Ort verfügbar,
Sonderwünsche (bestimmte Lineaturen, Zeichenblöcke oder anderes) können in Sammelbestellungen erledigt werden.

Mitmachaktion Schule für den Urwald

Viele Schulen machen sich bundesweit auf den Weg zur urwaldfreundlichen Schule.Sie verbannen Holzprodukte aus Urwaldzerstörung aus ihrer Schule - vom Toilettenpapier über Schultische bis zu Turngeräten. Schüler und Lehrergestalten gemeinsam Aktionstage und Projektwochen, sie spüren Urwaldholz an ihren Schulen auf und steigen auf Alternativen um. Sie fordern Schulausstatter auf, kein Holz aus Urwaldzerstörung zuverwenden und appellieren an ihren Schulträger. Die engagierten Schulenzeigen damit: wirksamer Urwaldschutz ist möglich.

Keine ökologische Aussage: "Holzfrei"

Die Bezeichnung "Holzfrei" bedeutet natürlich nicht Holz-frei! Es müsste eigentlich heißen Holzstoff-frei. Holzstoff ist ein Papiergrundstoff, der Papier stärker vergilben lässt als Zellstoff. Das Wort "holzfrei" ist eine Qualitätsbezeichnung für Papier, das nicht so stark vergilbt - und enthält keine ökologische Aussage.


Mogelpackung: "Kein Zellstoff aus den Tropen"

Dieses Siegel ist das Papier nicht wert, auf dem es gedruckt ist. Die Vernichtung des tropischen Regenwalds ist ein allgemein bekanntes ökologisches Problem, auf das auch die Verbraucher sensibel reagieren. Gegenüber Versicherungen wie tropenwaldfrei sollte man allerdings misstrauisch sein - denn oft wird der tropische Regenwald abgeholzt und eine Plantage aus schnell wachsenden Bäumen (z.B. Eukalyptus) angepflanzt. In der Statistik taucht Holz aus diesen Wäldern als Plantagenholz auf. So findet man in einer industriefreundlichen Studie die Angaben, dass nur ein Prozent des Zellstoffs aus den Tropen stamme - aber gleichzeitig stammen 29 Prozent aus Plantagen-Wäldern aus eben diesen Tropen.

Aber selbst wenn Papier wirklich tropenwaldfrei sein sollte, ist es deshalb noch lange nicht umweltfreundlich. Die Urwälder des Nordens (zum Beispiel Kanada und Sibirien) sind ökologisch genauso wertvoll und ebenso gefährdet. Und sie werden größtenteils für Papier kahlgeschlagen.

"Chlorfrei" allein reicht nicht

In den 80er Jahren wurde noch die größte Menge des Zellstoffs mit Chlor gebleicht. Seitens der Industrie war z.B. zu hören, chlorfrei gebleichtes Tiefdruckpapier gäbe es nicht. Greenpeace schaffte es 1990 mit dem Plagiat einer Spiegel-Fälschung auf chlorfrei gebleichtem Papier, das Gegenteil zu beweisen.Der Erfolg der Papier-Kampagne: Heute ist chlorfrei gebleichtes Papier Standard. Allerdings ist dies nur ein Teilsieg, denn chlorfreies Papier ist aus folgenden Gründen immer noch ökologisch bedenklich:

  • Chlorfreie Bleiche ändert nichts am Raubbau am Wald, der das Hauptproblem bei der Papierproduktion ist.
  • Chlorfrei ist nicht gleich chlorfrei. Vielfach wird elementar-chlor-freies Papier (ECF), das mit extrem schädlichem Chlordioxid und/oder Chlorperoxid gebleicht wird, als chlorfrei vermarktet.

Das total-chlor-freie Papier (TCF) muss man davon unterscheiden. Der Papiertechnischen Stiftung zufolge darf der Gehalt an chlororganischen Verbindungen in TCF-Papier nicht mehr als 30 mg/kg betragen (es darf also auch in diesem total-chlorfreien Papier noch eine bestimmte Menge an chlororganischen Verbindungen enthalten sein).

Doch von elf untersuchten so genannten chlorfreien Papierprodukten konnten nur zwei diesen Wert einhalten. Diese gelten dann nicht als TCF-Papiere, sondern als Papiere mit TCF-Qualität. Die Industrie betreibt also mit dem Slogan chlorfrei einen massiven Schwindel beim Verbraucher.

Darüber hinaus erweckt das Logo, unabhängig von dessen Inhalt, den Eindruck, als erwerbe der Verbraucher ein Produkt, das sich durch bestimmte Eigenschaften als umweltfreundlich auszeichne. Dabei ist es bestenfalls etwas weniger an der Verschmutzung der Gewässer beteiligt -

 

Zum Thema auf externen Websites:

Ökologischer Büro- und Schreibbedarf: Memo