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Regionale Erzeugung
Vier Fragen an Ökostrom-Anbieter "Naturstrom"
Naturstrom setzt auf regionale Erzeugung: Das sagt Dennis Dührkoop von "Naturstrom" im Interview mit Holger Becker, von der Greenpeace-Gruppe Hamburg (GreenpeaceHH).

GreenpeaceHH: "Wie setzt sich der Strommix von Naturstrom zusammen?"

Dennis Dührkoop: "Der Strommix von 2008 setzt sich aus 51% Wasserkraft, 48,7% Windkraft und 0,3% Sonnenenergie zusammen. Im Jahr 2009 wird der Naturstrommix voraussichtlich zu rund 70% aus Wasserkraft und zu rund 30% aus Windkraft bestehen. Hierbei ist Naturstrom Vorreiter: über die Hälfte unseres Stroms stammt aus kleinen- und mittleren Wind- und Wasserkraftanlagen von unabhängigen Betreibern vor Ort aus Deutschland. Der Rest ist zertifizierte Wasserkraft aus Österreich."

GreenpeaceHH: "Merken Sie ein geändertes Wechselverhalten nach den jüngsten AKW-Störfällen in Krümmel?

Dennis Dührkoop: "Auf jeden Fall. Wir haben mehr als doppelt so viele Zugriffe auf unsere Homepage und dem entsprechend auch rund die Hälfte mehr Vertragseingänge, besonders aus den Vattenfall-Gebieten Hamburg und Berlin. Auch die telefonischen Anfragen haben in den letzten 10 Tagen deutlich zugenommen."

GreenpeaceHH: "Was sind Ihrer Meinung nach die wesentlichen Gründe, warum Ihre Neukunden gerade zu Naturstrom gewechselt sind?"

Dennis Dührkoop: "Ein wichtiges Argument vieler Verbraucher ist der Stromeinkauf. Naturstrom verzichtet komplett auf fragwürdige RECS Zertifikate und handelt als einziger Anbieter mit Ökostrom, der zum größten Teil von unabhängigen Betreibern vor Ort erzeugt wird. Auch die Zertifizierung vom Grüner Strom Label e.V. und die damit verbundene Neuanlagenförderung wird häufig als wichtiges Kriterium genannt. Hinzu kommt der wettbewerbsfähige Preis – für viele Verbraucher ist der Bezug von Naturstrom in der Zwischenzeit sogar etwas günstiger als von ihrem Grundversorger."

GreenpeaceHH: "Sie verpflichten sich, einen gewissen Anteil ihres Stromes aus neuen Ökoerzeugern zu gewinnen. Welchen Einfluss haben gerade die jüngsten Neukunden auf den Kraftwerkspark von Naturstrom?"

Dennis Dührkoop: "Wir beziehen keinen Strom aus Neuanlagen, sondern wir bauen Neuanlagen, das macht einen Unterschied, denn in unserem Fall verändern wir etwas an der Erzeugerstruktur, beim Bezug von Strom aus "Neuanlagen" (die in den letzten 6 Jahren z.B. renoviert wurden) wurden die Anlagen hingegen schon ohne das Zutun des Stromhändlers gebaut. Der Wirkungszusammenhang ist also anders. Je mehr Kunden wir also gewinnen, desto mehr geht bei uns in die Förderung zum Bau von Neuanlagen."