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"NO!" zu Gentechnik
Hamburger fordern "Nein" zum Anbau von Gen-Pflanzen
Hamburg, 30. Januar 2010
Keine Gentechnik auf dem Acker und auf dem Teller! Hamburger fordern: Landwirtschaftsminiterin Aigner und Umweltminister Röttgen sollen in Brüssel "Nein" sagen, wenn dort über die Zulassung von Gen-Pflanzen abgestimmt wird.
Foto: Martin Foddanu/Greenpeace Hamburg

"Nicht vergessen, Frau Ministerin:..." steht auf den 230 Protestpostkarten, die Hamburger in der Mönckebergstraße unterschrieben - zusammen mit ihrer persönlichen Botschaft: "Wir können auch ohne Gentechnik!" hat jemand geschrieben, andere Sprüche lauteten "Butterfinger ohne Gentechnik!", "Denken Sie an unsere Bienen!" oder "Ich esse lieber natürlich." Greenpeace Hamburg präsentierte die Postkarten vor dem Rathaus auf einem 2x4 Meter großen Banner. 44 weitere Städte haben ebenfalls mitgemacht.

Nach Aigners Verbot des Gen-Maises Mon810 in Deutschland im April 2009 dürfen derzeit bundesweit keine Gen-Pflanzen zu kommerziellen Zwecken angebaut werden. Doch dies könnte sich mit der kommenden Anbausaison ändern: Die neue EU-Kommission wird bald über die Zulassung der Gen-Kartoffel Amflora für den Anbau entscheiden. Aigner hat angekündigt, nichts gegen deren Zulassung zu unternehmen. Die Bundesregierung unterstützt laut Koalitionsvertrag vor allem auf Druck der FDP den Anbau der Gen-Knolle.

Foto: Martin Foddanu/Greenpeace Hamburg

„Auf Drängen der FDP will die Bundesregierung den Anbau genmanipulierter Pflanzen gegen den Willen der Bevölkerung durchsetzen“, sagt Anke Brenken, Gentechnik-Ansprechpartnerin von Greenpeace Hamburg. „Aigner und Röttgen müssen das als zuständige Minister verhindern. Sie müssen die Belange der Verbraucher und Umwelt vertreten, anstatt sich vor den Karren der FDP und der Gentechnik-Branche spannen zu lassen.“

Zudem soll in Brüssel über die Zulassung von zwei neuen Varianten von Gen-Mais entschieden werden. Die Bundesregierung wird vermutlich auch diese Zulassungen
unterstützen. Sie steht auch nicht hinter dem bestehenden Anbauverbot für Gen-Mais, obwohl sich an den von Ministerin Aigner festgestellten Umweltrisiken nichts geändert hat.

Die Regierung will lediglich das Urteil im hierzu laufenden Gerichtsverfahren abwarten. Nach einer repräsentativen Emnid-Umfrage im Auftrag von Greenpeace sind 79 Prozent der Befragten dafür, das Anbauverbot für Gen-Mais in Deutschland zu erhalten. 77 Prozent sprechen sich für ein Verbot der Gen-Kartoffel Amflora durch Aigner aus.

„Aigner und Röttgen müssen in Brüssel Nein sagen, wenn dort über die Zulassung von Gen-Pflanzen abgestimmt wird“, fordert Brenken.