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Gegen Ölbohrungen in der Tiefsee
Greenpeace Hamburg protestiert vor Aral-Tankstelle
Foto: Theresa Doldt/Greenpeace Hamburg

Das Öl sprudelt weiter in den Golf von Mexiko und verseucht das Meer und die Strände, Tausende Fische und Vögel sind bereits gestorben. Währenddessen wird bis jetzt vergeblich versucht, das Bohrloch zu verschließen. Und das ist das größte Problem. Bei derartigen Wassertiefen können keine Taucher mehr eingesetzt werden, was die Arbeiten extrem schwierig macht. Deshalb fordert Greenpeace, Tiefseebohrungen über 200 m Wassertiefe zu verbieten. Deshalb protestierten am Samstag, den 3. Juli 2010, 20 Aktivisten von Greenpeace vor der Aral-Tankstelle in der Bundestraße in Hamburg, ebenso in München, Köln und Essen, um den BP-Konzern zum Ausstieg aus der Tiefsee zu bewegen. "Wo Aral draufsteht ist BP drin", ist auf den Bannern zu lesen. Viele Leute wissen gar nicht, dass Aral und BP eigentlich eine Firma sind. Der Aral-Mutterkonzern BP, ist verantwortlich für eine der größten Ölkatastrophen der Welt. Die Erfahrungen aus der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko zeigen, dass die Technik nicht beherrschbar ist. Trotzdem sollen Ölbohrungen in der Tiefsee ausgebaut werden. "Es ist unverantwortlich, dass BP nach allem, was im Golf von Mexiko passiert ist, weiter in die Tiefsee vordringt, als wäre nichts geschehen. Die Konzernleitung der deutschen Tochter BP versteckt sich hinter Ihrer blauen Marke Aral", sagt Nicole Dieckmann, Sprecherin von Greenpeace Hamburg. Mit der Marke Aral hat BP bundesweit rund 2400 Tankstellen und einen Marktanteil von rund 23 Prozent.

Foto: Theresa Doldt/Greenpeace Hamburg

BP versucht seit Wochen vergeblich, den Ölaustritt aus dem Bohrloch im Macondo Ölfeld im Golf von Mexiko zu stoppen. Es wird immer deutlicher, dass es keine ausreichenden Notfallpläne für Katastrophen wie die der Deepwater Horizon gibt. Gleichzeitig werden die Mengen des austretenden Öls ständig nach oben korrigiert. Inzwischen spricht man von offizieller Seite von bis zu 9.500 Tonnen pro Tag. Damit wären seit dem Unglück vom 20. April zwischen 160.000 und 500.000 Tonnen Öl in den Golf von Mexiko ausgetreten. Zum Vergleich: Beim bisher schwersten Ölunfall in den USA, dem Tankerunglück der Exxon Valdez 1989 in Alaska, traten etwa 40.000 Tonnen Öl aus. Weiter wie bisher? Weder Aral noch die Mutter BP-Deutschland äußern sich bisher dazu, ob der Konzern aus der Tiefsee-Ölförderung aussteigt. Auch Esso, eine Tochtergesellschaft von Exxon Mobil, hat sich bislang nicht zu seinen weltweiten Tiefseeprojekten geäußert. Der Shell-Chef Peter Voser hat erst kürzlich erklärte, dass sein Konzern zukünftig verstärkt in der Tiefsee nach Öl bohren will. Greenpeace hat am vergangenen Dienstag einen offenen Brief  an alle in Deutschland vertretenen Ölkonzerne geschrieben, mit der Aufforderung, sich klar zu einem Rückzug aus diesen Projekten zu bekennen. Am Donnerstag haben Greenpeace-Aktivisten der Forderung nach einem Ausstieg aus der Tiefsee mit Protestaktionen Nachdruck verliehen. Ölteppiche in der Nordsee dokumentierte Greenpeace bei Überflügen von Öl- und Gas-Plattformen im Mai.