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Atomkraft abwählen!
"...aber wir produzieren doch gar keinen Atommüll?" fragten uns einige Passanten bei unserer neuesten Infoaktion in der Mönckebergstraße erstaunt. Zu ihrem privaten Stromanbieter befragt, machten wir ihnen schnell klar, dass Strom vieler Anbieter zu einem Großteil aus Atomstrom besteht – und damit auch Atomabfall bei der Produktion anfällt.
Ein Fäßchen "Atommüll" soll an Passanten zu Hause symbolisch an die ungelöste Problematik Atommüll-Endlagerung erinnern. Foto: Greenpeace-Gruppe Hamburg, cc: by-nc-nd

Einen ganzen Tag lang informierte das Team 50 plus Passanten in der Mönckebergstrasse über die Gefahren der Atomkraft, die ungelöste Endlagerproblematik, unsichere Atomkraftwerke und den Zusammenhang mit dem persönlichen Stromversorger.

Weltweit gibt es noch kein einziges Endlager für Atommül, welches die strahlenden Abfälle aus Atomkraftwerken sicher für die nächsten hunderttausend Jahre wegschließt und damit unsere Kinder, Kindeskinder und deren Nachfahren schützt.

Das ehemalige Salzbergwerk in Asse wurde vor 30 Jahren als Versuchsendlager eingerichtet, war aber ein "de-facto-Endlager". Es trat das ein, was Fachleute vorausgesagt hatten: Wasser drang ein, und die Metalltonnen rosteten. Darüberhinaus ist die Grube einsturzgefährdet, und die radioaktive Lauge droht das Grundwasser zu verseuchen.

Das Team 50 plus protestierte gegen diese Politik mit einem Banner und dem Spruch "geplant für 1.000.000 Jahre - undicht nach 30 Jahren ".

Einsturzgefährdet ist auch das Atommüllendlager der ehemaligen DDR in Morsleben und fällt für weiter Einlagerungen aus.

Das ehemaliges Salzbergwerk in Gorleben ist ebenfalls als Endlager ungeeignet: Es besteht die Gefahr des Wassereinbruchs. Auch hier wurde die Bevölkerung falsch informiert. Gutachten wurden auf Druck der Kohl-Regierung umgeschrieben. Ein Skandal!!

Foto: Greenpeace-Gruppe Hamburg cc: by-nc-nd

Von den Störfällen in den Atomkraftwerken ist den meisten älteren Leuten noch der Super- GAU in Tschernobyl vor 23 Jahren in Erinnerung, bei dem in den Folgejahren mehr als 70.000 Menschen ums Leben gekommen sind. Erstaunlicher Weise zeigten sich auch viele der jüngeren Passanten über die Schule darüber informiert.

Als wir auf den Beinahe-GAU in Forsmark/Schweden vor drei Jahren hinwiesen, wurden einige Passanten doch sehr nachdenklich und meinten "das ist ja gar nicht so weit weg..." Der aktuelle Pannenreaktor in Krümmel wurde einhellig mit der Aussage bedacht : "Hoffentlich geht der nie wieder ans Netz!"

Als Gesprächsaufhänger übergaben wir kleine Döschen mit "Atommüll", welche die Passanten zur symbolischen Aufbewahrung zu Hause mangels Atommüll-Endlager mitnehmen sollten.

Informationsmaterial über die Gefahren der Atomkraft sowie die Chancen der regenerativen Energien wurden reichlich verteilt. Zum Nachweis, dass eine Welt ohne Atom möglich ist, wurde die neue Greenpeace-Studie "Plan B 2050" verteilt. Darin zeigt Greenpeace auf, dass der Atomausstieg auch im Jahre 2015 erfolgen kann. Außerdem kann Deutschland seinen CO2 Ausstoß bis 2050 um 90 % senken – ohne, dass hier die Lichter ausgehen.

Darüberhinaus haben wir auf die Bedeutung der Bundestagswahl im Hinblick auf den Atomausstieg aufmerksam gemacht. Wir forderten die Passanten auf, Atomkraft abzuwählen und haben dafür über 1.300 mal den Wahlkompass verteilt."

Rudolf Neumann

Weitere Fotos findet ihr auf Flickr.