Klima

Kein neues Kohlekraftwerk in Stade!

Greenpeace Hamburg lässt 2.000 biologisch abbaubare Protestballons steigen

Stadersand, 8. September 2018 – Greenpeace Hamburg protestiert heute in Stadersand gegen den Neubau des Kohlekraftwerkes Stade. Am geplanten Bauplatz lassen fünfzehn Aktivistinnen und Aktivisten 2.000 schwarze und blaue Öko-Ballone aus Naturmaterial steigen, um die CO2- und die Schadstoffemissionen des Kraftwerkes zu visualisieren. Auf
Bannern mit der Aufschrift „Kein neues Kohlekraftwerk Stade“ und „Klimaschutz heißt Kohleausstieg!“ ist die Forderung der Aktion zu lesen, die in den weltweiten Aktionstag „Rise for Climate“ (Aufstehen für das Klima) eingebettet ist.

„Aktuell tagt die Kohlekommission, um über den Ausstieg Deutschlands aus der Kohlekraft zu beraten. Die Pläne für den Neubau des Kohlekraftwerkes Stade stehen im Widerspruch zum Auftrag der Kommission und müssen gestoppt werden!“ fordert Holger Becker von Greenpeace Hamburg. „Als Hauptbrennstoff für das Kraftwerk ist Steinkohle geplant, was
von der Betreiberfirma Dow Chemical durch den Begriff „Industriekraftwerk“ verschleiert werden soll. Tatsache ist, dass das Kraftwerk zu über 80 % mit Kohle befeuert werden würde und damit jährlich rund 5,5 Mio. Tonnen klimaschädliches CO2 ausstoßen werde. Es existieren jetzt schon CO2-freie Alternativen, sodass das Kohlekraftwerk für die Versorgung gar nicht mehr gebraucht wird. Angesichts der entstehenden Folgekosten muss die Politik endlich
Verantwortung übernehmen und Schaden von der Bevölkerung abwenden.“

Die Folgen des Klimawandels sind deutlich zu sehen, sowohl weltweit als auch vor unserer Haustür. Die globale Klimaerwärmung führt dazu, dass auch wir in Deutschland mit Extremwetterereignissen wie beispielsweise in diesem Sommer mit Dürremonaten und Starkregen häufiger und ausgeprägter rechnen müssen. In dieser Rechnung dürfen die Folgekosten jedoch nicht vernachlässigt werden, die z. B. durch Waldbrände und Ernteausfälle mit Entschädigungszahlungen den Steuerhaushalt zusätzlich belasten. Davor
darf die Politik – auch in Stade – nicht die Augen verschließen.

„Steinkohle ist nur auf den ersten Blick ein billiger Brennstoff. In einer Gesamtkostenrechnung stellen Gas- und Dampfkraftwerke die günstigere Variante dar. Schadstoff- und CO2-Emissionen sind hier deutlich geringer. Darüber hinaus können diese Kraftwerke in Verbindung mit regenerativ erzeugtem Gas (sog. Power to Gas-Technologie) CO2-frei Strom und Wärme produzieren. Gerade in Küstennähe ist Offshore-Windenergie hierfür gut geeignet. Wir fordern die Politik auf, die Rahmenbedingungen hierfür zu schaffen, und den Neubau von klimaschädlichen Kraftwerken zu verhindern“, so Becker.

Ein kurze Video zu der Aktion könnt ihr auf Instagram sehen