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Übersicht zu Siegeln für Papierprodukte

Beim Kauf von Papier- und Holzprodukten suggerieren viele Siegel “Nachhaltigkeit” und hinterlassen ein gutes Gewissen. Wir haben die verschiedenen Standards und Kriterien dieser Siegel noch einmal für Sie unter die Lupe genommen, damit das gute Gefühl mit Gewissheit genossen werden kann:

Wir empfehlen den Kauf von Produkten mit folgenden 3 Siegeln:

Blauer Engel

Kurzbeschreibung:

Das deutsche Zertifikat „Blauer Engel“ verlangt einen Altpapiergehalt von 100 Prozent mit einer Toleranz von 5 Prozent. Es enthält ebenfalls strenge Vorgaben für den Verarbeitungsprozess des Papiers. Darunter fallen Verbote für die Verwendung von bestimmten Inhaltsstoffen, Farbstoffen, Beschichtungen sowie Bleichmitteln etc. Unabhängige Gutachter kontrollieren die Einhaltung.

Webseite:

www.blauer-engel.de

Fazit:

Der „Blaue Engel“ ist das aus unserer Sicht zuverlässigste Papiersiegel mit den strengsten Anforderungen und zuverlässigen Kontrollen. Wenn möglich, sollte beim Kauf von Papier immer darauf geachtet werden.

 

Ökopaplus

Kurzbeschreibung:

Dieses Siegel erfordert einen Altpapiergehalt von 100 Prozent. Es wird für Schreibwaren vergeben und entspricht den Kriterien des „Blauen Engels“.

Webseite:

www.venceremos-gmbh.de

Fazit:

Dieses Siegel ist wie der „Blaue Engel“ eine sehr gute Wahl.

 

Forest Stewardship Council (FSC)

Kurzbeschreibung:

Es gibt 10 internationale Prinzipien die eingehalten werden müssen, um das Siegel zu bekommen. Darunter fallen ökonomische, ökologische und soziale Funktionen der Forstbetriebe, die gewahrt und verbessert werden sollen. Die Prinzipien umfassen Einhaltung von Gesetzen und Rechten indigener Völker sowie Arbeitnehmer und lokaler Bevölkerung, die Bewirtschaftung des Waldes und der Nutzen aus dem Wald, Auswirkungen auf die Umwelt und der Erhalt von schützenswerten Tier-und Pflanzenarten, sowie Kontrollen. Die Beurteilung erfolgt also auf Grundlage der Bewirtschaftung des Waldes und nicht des Waldzustandes. Die Produktkettenzertifizierung schließt den Verarbeitungsprozess mit ein. Auch wenn die Prinzipien wichtige Bereiche für nachhaltiges Holz miteinschliessen, sind die geforderten Standards aus unserer Sicht teilweise zu schwach, da sie länderspezifisch festgelegt werden. Umweltverbände kritisieren auch, dass die Standards trotz Zertifizierungen nicht immer eingehalten wurden. So gibt es Berichte über Zertifizierungen von Unternehmen, die gegen Menschenrechte verstoßen, kahlschlagen und Eukalyptus-Monokulturen in Südamerika betreiben. Es gilt beim Einkauf von mit FSC Siegeln gekennzeichneten Produkten darüber hinaus auf das Kleingedruckte zu achten, da  es verschiedene FSC Siegel gibt: Mit FSC 100% sind Produkte aus Holz gekennzeichnet, die zu 100% aus FSC-zertifiziertem Holz gefertigt sind. FSC recycled bezeichnet Papierprodukte in Recyclingpapierqualität. FSC Mix muss den angegebenen Anteil FSC-zertifizierten Holzes enthalten, kann jedoch zum Rest aus anderen „nachhaltigen“ Quellen (z.B. PEFC) bestehen.

Webseite:

www.fsc-deutschland.de

Fazit:

Die FSC-Siegel sind besser als keines, FSC 100% und FSC mix sind jedoch keine nachhaltige Alternative zur Verwendung von Recyclingpapier.

 

Folgende Siegel sind als Kaufkriterien nicht oder nur eingeschränkt empfehlenswert:

Chlorfrei gebleicht:

Kurzbeschreibung:

Chlorfrei gebleicht, elementarchlorfrei gebleicht, sagt aus, dass zum Erzielen einer bestimmten Weiße des Papiers kein Chlor bzw. kein elementares Chlor verwendet wird.

Für die Herstellung von Recyclingpapier wird generell anstelle der Chlorbleiche die Sauerstoffbleiche eingesetzt.

Website: –

Fazit:

Der Begriff Chlorfrei gebleicht sagt nichts über den Grundstoff für das Papier selber aus sondern nur über das Verfahren zum Erreichen der Weiße. Es kann sich also bei dem so gekennzeichneten Papier um wenig ressourcenschonendes Frischfaserpapier handeln.

 

Holzfrei:

Kurzbeschreibung:

Der Grundstoff auch für holzfreies Papier ist im Regelfall Holz! Die Bezeichnung „holzfrei“ bedeutet, dass ein Papier zu nahezu 100% aus Zellstoff besteht und im Papier kaum weitere Holzpartikel enthalten sind. „Holzfreie“ Papiere sind für den „Normalgebrauch“ die Regel. Holzhaltige Papiere sind kostengünstiger in der Herstellung und werden z.B. für Tageszeitungen verwendet, wo es nicht auf längere Haltbarkeit ankommt, da holzhaltiges Papier durch bestimmte Inhaltstoffe leicht vergilbt und nicht so beständig ist wie „holzfreies“ Papier.

Website: –

Fazit:

Der Begriff „holzfrei“ sagt nichts über den Grundstoff für das Papier selber aus sondern spezifiziert eine bestimmte Gruppe von Papieren hinsichtlich ihrer Eigenschaften.

 

Paper by nature:

Kurzbeschreibung:

Paper by nature ist eine unabhängige Organisation, die das gleichlautende Label vergibt. Das Siegel wird vergeben, wenn bestimmte, nicht näher spezifizierte Kriterien erfüllt sind. Aktuelle Informationen sind öffentlich nicht verfügbar.

Website:

Paperbynature.com – nicht mehr online

Fazit:

Da es keine aktuellen Informationen und auch keine Internetpräsenz mehr gibt ist davon auszugehen, dass das Label nicht mehr vergeben wird bzw. die vergebende Organisation Paper by Nature nicht mehr existiert.

 

PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes):

Kurzbeschreibung:

Das PEFC-Siegel wurde von Vertretern deutscher Holzwirtschaft als „Gegenentwurf“ zum FSC entwickelt. Es hat weniger strenge und z.T. nicht klar definierte

Anforderungen.

Website:

www.pefc.de

Fazit:

Mehr Schein als Sein, aber besser als keine Zertifizierung.

 

Pro Aqua pro Tropenwald

Kurzbeschreibung:

Das Label wird von der „Vereinigung deutscher Hersteller für umweltschonende Lernmittel e.V.“ vergeben. Die Kriterien sind sehr schwach, (z.B. keine Chlorbleiche) und liegen weit hinter denen des Blauen Engels.

Website: –

Fazit:

Da das Label von einer Interessenvertretung ausgegeben wird, die Kriterien sehr weit auslegbar sind und es keinerlei Überprüfung durch unabhängige Dritte gibt, sollte dieses Siegel kein Kriterium für eine Kaufentscheidung sein.

 

Rainforest Alliance:

Kurzbeschreibung:

Bei Rainforest-Alliance handelt es sich um eine kleinere im Jahre 1987 gegründete Umweltschutzorganisation. Sie vergibt das Siegel Rainforest-Alliance-Certified™.  Bisher wurde nach eigenen Angaben eine Waldfläche in der Größe Deutschlands zertifiziert. Detaillierte Angaben über die Zertifizierungskriterien waren öffentlich zugänglich nicht zu finden. Es findet eine Kooperation mit Unternehmen statt.

Website:

www.rainforest-alliance.org

Fazit:

Eine Bewertung des Siegels Rainforest-Alliance-Certified™ ist mit den uns öffentlich zugänglichen Informationen über die Kriterien, den Zertifizierungsprozess sowie die Überwachung der Einhaltung der Kriterien leider nicht möglich.

 

Die Bildrechte an den Siegeln liegen bei den jeweiligen Organisationen, die die Siegel vergeben.