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Rettet den Amazonas – kein Staudamm am Tapajós

Ist Greenpeace jetzt auch gegen die Nutzung von Wasserkraft als erneuerbare Energiequelle oder worum geht es hier eigentlich?

Die brasilianische Regierung plant am Tapajós, einem der letzten frei fließenden Nebenflüsse des Amazonas den Bau eines Staudamms für den Betrieb eines Wasserkraftwerks. Der Staudamm würde eine Fläche von 729 Quadratkilometern – fast die Größe von Hamburg – überfluten, darunter auch das Siedlungsgebiet der Munduruku, eines dort lebenden indigenen Volkes. Durch das riesige Gebiet überfluteter Vegetation werden zudem große Mengen klimaschädlicher Teibhausgase freigesetzt und die Fläche ist als Regenwald und damit als CO2-Speicher verloren. Die für den Bau benötigte Infrastuktur trägt zu einer weiteren Urwaldzerstörung bei, wie der Belo Monto-Staudamm bereits eindringlich gezeigt hat.

São Luiz do Tapajós, so der Name des geplanten Staudamms ist somit alles andere als nachhaltig. Zusammengefasst leistet er

  • keinen Beitrag zum Klimaschutz
  • fördert die Regenwaldzerstörung im Amazonas und
  • missachtet die verbrieften Landrechte des indigenen Volkes der Munduruku.

Unter diesen Vorzeichen lehnt Greenpeace den Bau des Staudamms sowohl aus ökologischen als auch aus sozialen Gründen strikt ab! Ein Staudammprojekt wie der São Luiz do Tapajós für die Nutzung von Wasserkraft als Energiequelle ist eben nicht einmal im Ansatz vergleichbar mit Laufwasserkraftwerken in Mitteleuropa, welche auch Greenpeace-Energy für eine nachhaltige Stromerzeugung nutzt.

Abschließend stellt sich noch die Frage nach der Verantwortung hier in Deutschland im Zusammenhang mit dem Staudammprojekt.

Projekte dieser Größenordnung sind im Regelfall immer internationale Projekte an denen sich auch deutsche Firmen als Ausrüster und Zulieferer bzw. Banken als Finanzpartner beteiligen. Als einer der weltweit führenden Anbieter von Turbinentechnik könnte Siemens Nutznießer des Staudamms sein, indem die Firma maßgebliche Komponenten für das Wasserkraftwerk liefert. Greenpeace fordert daher Siemens auf sich von dem Staudammprojekt zu distanzieren und stattdessen beim Aufbau einer ökologisch und sozial nachhaltigen Energieerzeugung in Brasilien engagieren.